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Wenn Licht auf den Schatten fällt

Nahzu alle meiner Coachees nutzen mittlerweile mein Angebot, sich in einem Coaching-Spezial für einen Tag ihrem Lebensskript zu widmen. Das Lebensskript enthält – ohne dass es uns bewusst wäre – genau die Anleitungen, die uns jeden Tag in unserem Handeln reglementieren: indem wir merken, dass wir etwas „irgendwie“ nicht zuwege kriegen, das wir doch unbedingt wollen, oder aber indem wir bestimmte Handlungen immer wieder vollziehen eben ohne sie „eigentlich“ zu wollen. Von daher widmet sich dieser Tag – im Unterschied zu den klassischen Coachingsitzungen – sozusagen dem Betriebssystem des Coachees und nicht seinen Anwenderprogrammen. Meine Erfahrung: Das verkürzt nicht nur die Coachingreihe sehr effektiv, es hat auch nachhaltigen Nutzen weit über das Coaching hinaus.

Dieser Tage hatte ich nun einen Kunden, der doch recht erschrak angesichts all dessen, was da so ans Licht kam und was so garnicht mit seinem liebgewonnenen Selbstbild zusammen passte. Durch unsere Arbeit war erstmals Licht auf seine dunklen Seiten gefallen. „Dunkel“ nicht, weil es hier etwas zu verurteilen gäbe. Dunkel deswegen, weil er diese Wirklichkeitsanteile verdrängt und, wie C.G. Jung es nannte, in den Schatten gestellt hatte.

Was es bringt, diese Dinge zu ent-decken? Sehr viel! Denn existent sind diese Antreiber und Behinderer ja ohnehin. Hochwirksam sind sie ebenfalls. Aber nur und ausschließlich wenn ich mir ihrer bewusst geworden bin, kann ich sie im nächsten Schritt zum Positiven ändern und in der Folgezeit wieder langsam ins Unbewusst absinken lassen. Dort dürfen sie dann, wohltuend!, gerne wieder ihren Dienst leisten.