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Fliegt ein Stuhl aus dem Fenster ...

Zwei Monate ist es her, dass sich ein Coachee, eine noch recht unerfahrene Führungskraft, darüber im Klaren war, dass er sich von einem seiner Mitarbeiter trennen musste. Alle anderen Lösungsmöglichkeiten hatte er da schon ausprobiert. Sein Problem: Für ihn war es unvorstellbar, einen seiner Leute rauszuwerfen. Das hatte er schlicht und ergreifend noch nie tun müssen.

„Es ist genau so einfach für Sie, diesen Mitarbeiter rauszuwerfen, wie es für mich ist, diesen Stuhl hier aus dem Fenster zu werfen!“, sagte ich zu ihm. Dann machte ich das Fenster auf und warf einen der Stühle hinaus. Er landete im Blumenbeet, etwa einen Meter von einem parkenden Auto entfernt.

Mein Coachee war sprachlos. Und geheilt. Vier Wochen später war der Mitarbeiter nicht mehr im Unternehmen und die Führungskraft um ein Erfolgserlebnis reicher, nämlich: über seine bisherige Grenze hinausgewachsen zu sein.

Was hat nun der fliegende Stuhl mit der Entlassung eines Mitarbeiters zu tun? Was genau hat meine Aktion bei der Führungskraft ausgelöst? Ganz einfach: Wir können nur dann etwas tun, wenn wir uns diese Handlung zuvor auch vorstellen können. Genau daran galt es deshalb als erstes zu arbeiten: an der eigenen Vorstellung, ohne die es nie zu einer Tat kommt.