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Frohe Weihnachten - im Rollstuhl

Bei dem Jahresrückblick mit Günther Jauch Anfang Dezember scheine ich nicht viel versäumt zu haben, so zumindest die Meinung von Spiegel Online. Aber ein Halbsatz des Artikels hat mich vom Hocker gerissen.

Es geht um Kristina Vogel, die Bahnrad-Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin. Seit einem schweren Trainingsunfall im Juni dieses Jahrs ist sie querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Mit 28 Jahren. Wohl für jeden Menschen ein schwerer Schicksalsschlag, und wohl erst recht für einen Menschen, der jeden Tag seinen Körper bis an dessen Grenzen bewegt und benutzt hat.

Und was sagt Christina Vogel nun in der Sendung? Dass sie sich seit diesem Unfall endlich frei fühle - auch wenn sie natürlich manchmal einfach nur heulen müsse.

Endlich frei.

Das muss man mal versuchen, sich klar zu machen: Was muss das für ein ungeheurer innerer Druck gewesen sein, der sie zu ihren Leistungen angetrieben hatte. Wie sehr scheint sie darunter - bei allen tollen Erfolgen - auch gelitten zu haben. Wie enorm hoch war der Preis, den sie über all die Jahre gezahlt hatte, für das, wofür sie dann von allen so bewundert wurde.

Freie Fahrt, wünsche ich da Kristina Vogel für 2019. Und freie Fahrt wünsche ich allen Leserinnen und Lesern meines Blogs. Wovon wollen Sie persönlich 2019 frei werden - ohne dass das Schicksal gleich so nachhelfen muss?