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Berthold Leibinger

Am 16. Oktober ist Berthold Leibinger, der große Unternehmer verstorben. Wie er vor vielen Jahren die Nachfolge in seinem Unternehmen geregelt hatte, kann ich nur als vorbildlich bezeichnen.

So berichtet er in seinen Memoiren, dass „natürlich“ erst einmal sein Sohn Peter als Nachfolger vorgesehen war und nach dem Maschinenbau-Studium sowie einigen Jahren in den Staaten, dafür auch prädestiniert zu sein schien. Seine Schwester Nicola dagegen hatte Germanistik und Japanologie studiert - da denkt sicher keiner an die Führung eines großen Werkzeugmaschinenherstellers.

Tja, und dann entschied Leibinger sich gegen den Sohn und für die Tochter als Nachfolgerin. Ein Ingenieur wäre zwar naheliegend gewesen, aber, so schreibt er: Letztlich sind eben nicht die technischen Kompetenzen entscheidend, sondern „Hingabe, klare Führungsfähigkeit und Gefühl für Menschen (…) Was wir Firmenkultur nennen, glaubte ich bei Nicola am besten aufgehoben.“

Richtig geglaubt und richtig entschieden, kann man da heute, dreizehn Jahre später, feststellen. Seit Nicole Leibinger-Kammüller die Führung übernommen hat, hat sich der Umsatz von Trumpf von 1,4 auf 3,6 Mrd. Euro gesteigert. Und man ist stolz auf einen Vorsteuergewinn von gut einer halben Milliarde Euro.

Man müsste es in Stein meißeln und überall aufhängen: Persönlichkeit und soziale Kompetenz sind wesentlicher für die Führung eines Unternehmens als die Fachlichkeit. Was zu beweisen war.